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Ein Jahr als Fremdsprachenassistentin… wie war’s?

Amy Sinclair, unsere Fremdsprachenassistentin aus Schottland im Schuljahr 2020/2021, berichtet über ihre Erfahrungen.

Was waren deine Hoffnungen und Befürchtungen für das Jahr, bevor du nach Deutschland kamst?

Erstens hatte ich noch nie von einer beruflichen Schule gehört, also ich wusste nicht, was ich erwarten sollte, aber ich freute mich auf der Herausforderung, Lehrererfahrung zu sammeln und diese Gelegenheit trotz Corona überhaupt zu haben! Auf jeden Fall hoffte ich, dass ich etwas Gutes in der Schule tun und mit den Schülern ins Gespräch über interessante Themen kommen würde. 
Weil ich in Schottland Deutsch studiere, hoffte ich auch, dass ich viele Gelegenheiten, Deutsch zu sprechen und auch zu reisen haben würde. 

Was hat dir in diesem Jahr gefallen? Wurden deine Hoffnungen erfüllt?

Ja, sehr sogar. Ich habe mit vier unterschiedlichen Bildungsgängen gearbeitet, Personaldienstleistungskaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Höhere Handelsschule und Ausbildungsvorbereitung – und wir haben immer etwas gefunden, worüber wir reden konnten oder wie ich helfen konnte. Die Arbeit mit kleinen Gruppen hat mir besonders gut gefallen, weil ich herausfinden konnte, was den Schülern gefallen und wofür sie sich interessieren. Ich denke, es hat ihnen auch gefallen, mir Fragen über Schottland und mein Leben zu stellen. Das Thema, das mir in vielen Kleingruppen am meisten Spaß gemacht hat, war das Thema der kulturellen Klischees und viele Schüler haben dadurch auch Neues über Schottland gelernt! Die Schüler haben mir auch viel über Deutschland und ihre Arbeit beigebracht, zum Beispiel über Personaldienstleistungen. Ich habe das Gefühl, dass ich ein gutes Verhältnis zu ihnen hatte und am lohnendsten war die Arbeit mit Schülern, die sich in kleineren Gruppen wohler fühlten, und so mehr English mit mir als in der größeren Klasse gesprochen haben.

Du bist nach Deutschland während der Coronazeit mit vielen Beschränkungen gekommen. Was waren die größten Herausforderungen während deines Aufenthaltes?

In der Schule war Online-Unterricht die größte Herausforderung. Es hat mich richtig gefreut, mein Jahr im Präsenzunterricht anzufangen, aber niemand hatte damit gerechnet, dass die Schulen von November bis Februar geschlossen sein würden! Neben meiner üblichen Arbeit habe ich auch an einem Projekt mit der Organisation UK-German Connection teilgenommen und mit einer HH-Klasse zum Thema Nachhaltigkeit gearbeitet, das hauptsächlich online durchgeführt werden musste. Ich kann also durchaus sagen, dass ich Herausforderungen nicht gescheut habe! 

Ich hatte mir auch Sorgen gemacht, dass ich wegen Lockdown nicht genügend Deutsch sprechen würde, aber ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu der Frau, bei der ich gewohnt habe und auch zu meiner Mentorin, Susanne Schulz, also ich war sehr dankbar für ihre Gesellschaft. 

Was hast du in deiner Freizeit gemacht? 

Obwohl die Reisemöglichkeiten eingeschränkt waren und alle Hotels geschlossen waren, habe ich trotzdem viele Tagesausflüge in Norddeutschland unternommen und bin sogar für ein Wochenende nach Leipzig gefahren, bevor der strengere Lockdown begann. Ich hatte eine Freundin von der Universität, die in Rostock war und auch als Fremdsprachenassistentin arbeitete, so dass wir nahe genug waren, um viel zusammen zu reisen. Im Alltag hatte ich ein Projekt, alle 104 Stadtteile Hamburgs zu erkunden, was ich auch geschafft habe! Ich habe eine Menge Fotos gemacht, die alle auf diese Website hochgeladen werden –> https://hamburgsstadtteile.tumblr.com 

Gibt es noch etwas, was du über das Jahr sagen möchtest?  

Viele Leute sagten mir während des Jahres, dass ich Pech hatte, weil ich während der Coronazeit nach Deutschland gekommen bin, aber ich sehe das nicht so. Ich habe das Beste aus den Umständen gemacht, konnte mich viel in das Schulleben einbringen und habe auch viel gelernt!